Nordica
Das Insolvenzverfahren beginnt nun auch in Deutschland
Nachdem der Polstermöbelhersteller Nordica bereits 2008 ein Sanierungsverfahren in Frankreich beantragt hat, setzt das Unternehmen das Verfahren nun nach deutschem Recht fort. Der Sekundärantrag ermöglicht den Einstieg eines Investors, der
Nachdem der Polstermöbelhersteller Nordica bereits 2008 ein Sanierungsverfahren in Frankreich beantragt hat, setzt das Unternehmen das Verfahren nun nach deutschem Recht fort. Der Sekundärantrag ermöglicht den Einstieg eines Investors, der Teile des Betriebs übernehmen und der Marke eine Zukunft ermöglichen kann.
"Das französische Recht sieht mit dem Sauvegarde-Verfahren eine Möglichkeit vor, ein Unternehmen geordnet zu sanieren. Diesen Schritt haben wir 2008 beschlossen", erklärt Nordica-Geschäftsführer Marcel Bender. "Im nun beschlossenen Sekundärverfahren nach deutschem Recht sehen wir die Chance, einen Investoreneinstieg rechtlich einwandfrei vorzubereiten und die Marke Nordica so zu erhalten."
Hintergrund für diese Vorgehensweise: In den vergangenen vier Jahren ist das Geschäft mit Polstermöbeln in Deutschland um 14 Prozent eingebrochen, allein die Neckermann-Pleite hat bei Nordica zu Umsatzeinbußen von mehr als vier Mio. Euro geführt, heißt es in einer Pressemitteilung. "Konsolidierungsmaßnahmen innerhalb der Gruppe konnten diese
Entwicklung dauerhaft nicht mehr auffangen", so der General Manager des französischen Mutterkonzerns Cauval Industries. "Nordica ist nicht zahlungsunfähig, als Geschäftsführer tragen wir aber die Verantwortung für die Zukunft des Unternehmens."
In einer Mitarbeiterversammlung informierten die Nordica-Geschäftsführer am Dienstag gemeinsam mit dem Betriebsrat die Mitarbeiter über die Entscheidung und ihre Konsequenzen. Etwa 40 Mitarbeiter in der Entwicklung, im Vertrieb sowie der Administration sind am Standort Delmenhorst betroffen. Das Insolvenzverfahren nach deutschem Recht ermöglicht die geordnete Sanierung mit Unterstützung eines Insolvenzverwalters. "Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst ohne Einschränkungen weiter. Um eine Perspektive aufzuzeigen, haben wir zudem erste Gespräche mit einem möglichen Investor aufgenommen", sagt Geschäftsführer Matthias Grübl. Eine Option, die mit dem Branchenunternehmen besprochen wurde: die Fortführung einzelner Teile des Betriebs in einem Joint-Venture. "Unser Ziel ist ganz klar der Erhalt der Traditionsmarke Nordica", so Grübl.
Nach 51,5 Mio. Euro im Jahr 2009 erwirtschaftete Nordica 2012 noch einen Umsatz von 44,5 Mio. Euro. "Obwohl die Umsätze des ersten Halbjahres 2012 zufriedenstellend waren, haben wir ab Mitte des Jahres erneut eine deutliche Eintrübung der Nachfrage gespürt", sagt Grübl. Der Insolvenzverwalter entscheidet nach Gesprächen mit der Geschäftsführung, mit Kunden und Investoren in den kommenden Monaten über den Fortbestand des Unternehmens.

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