Günter Behnisch

“Baumeister der Demokratie” ist gestorben

Aus der deutschen Architektur-Geschichte ist er nicht wegzudenken: Günter Behnisch. Jetzt ist der Star-Architekt im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Träger des Deutschen Architekturpreises (mit dem er mehrfach ausgezeichnet

Aus der deutschen Architektur-Geschichte ist er nicht wegzudenken: Günter Behnisch. Jetzt ist der Star-Architekt im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Träger des Deutschen Architekturpreises (mit dem er mehrfach ausgezeichnet wurde) gehört zur Architektengeneration der Erneuerer. Mit seinem berühmtesten Werk, dem Olympiastadion in München schuf er in Zusammenarbeit mit dem Konstrukteur Frei Otto und Landschaftsarchitekten Günther Grzimek 1972 eine weltweit bekannte Ikone der Baukultur. Die offene, netzartige Dachkonstruktion sollte ein deutliches Zeichen für das neue, demokratische Deutschland setzen. Mit dem leichten, transparenten, fast schwebenden Entwurf des Stadions gelang es Behnisch ein Gegengewicht zur Monumental-Architektur der Nazizeit zu schaffen. Deshalb wurde er später auch oft als "Baumeister der Demokratie" bezeichnet. Weitere Entwürfe sind der Plenarsaal in Bonn, der Neubau der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg sowie die Landesbank in Hannover. 1952 gründete er in Stuttgart sein eigenes Büro, 1989 wurde ein zweites Büro eröffnet, geleitet von seinem Sohn Stefan Behnisch. Der moderne, wie schwerelos anmutende Baustil von Günter Behnisch, bei dem große Glasflächen dominierten, wird auch für nachfolgende Architektengenerationen stilbildend bleiben.