Alno

“Die Zeiten unsicherer Finanzierung sind vorbei”

"Wir haben Wort gehalten." So eröffnete Jörg Deisel, Vorstandsvorsitzender der Alno AG, am Freitag die Pressekonferenz in Düsseldorf zum Geschäftsbericht 2009. Denn der neue Vorstand hat sein wichtigstes Ziel erreicht,

"Wir haben Wort gehalten." So eröffnete Jörg Deisel, Vorstandsvorsitzender der Alno AG, am Freitag die Pressekonferenz in Düsseldorf zum Geschäftsbericht 2009. Denn der neue Vorstand hat sein wichtigstes Ziel erreicht, betonte Deisel: ein positives Ebit von 1,1 Mio. Euro (2008: 0,1 Mio. Euro). Gleichzeitig war das Eigenkapital jedoch auch 2009 negativ (-71,132 Mio. Euro).
Der Konzernumsatz ging um 3,5 Prozent auf 493,4 Mio. Euro zurück. Dabei erhöhte sich der Inlandsumsatz um 2,1 Prozent, der Auslandsumsatz sank um 14,4 Prozent. Aufgeschlüsselt nach den vier Marken ergibt sich folgende Umsatzverteilung: Alno 27 Prozent (ca. 133,1 Mio. Euro), Wellmann 29 Prozent (ca. 143 Mio. Euro), Impuls 24 Prozent (118,3 Mio. Euro) und Pino 20 Prozent (98,6 Mio. Euro). Pino und Impuls erzielten im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 8,9 bzw. 5,8 Prozent. Bei Alno und Wellmann musste der Konzern ein Minus von 8,2 bzw. 5,5 Prozent hinnehmen.
Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2009 konnte mit 53,1 Mio. gegenüber 51,8 Mio. in 2008 gesteigert werden. Die Bilanzsumme verringerte sich um 33,2 Mio. auf 165 Mio. Euro.
Zu den wichtigsten Maßnahmen, die 2009 realisiert wurden, gehörten laut Jörg Deisel das neue Vorstandsteam, der Umbau der Führungsmannschaft und der Vertriebsstrukturen unter dem Schlagwort "one face to the customer", die Entwicklung des Konzepts "Alno 2013", die Zentralisierung der Organisationsstruktur und die Verlagerung des Holding-Sitzes von Pfullendorf nach Düsseldorf. Letzteres war wichtig, denn "wenn die Holding an einem Werk ist, bietet sie immer Gluckenschutz für das Werk. Das geht nicht, die Holding muss neutral sein", so Deisel. Gleichzeitig bekannte sich das Vorstandsteam zum Standort Pfullendorf: "Wir werden in Zukunft vier Standorte haben. Aber sie werden sich verändern", erklärte Michael Paterka, Vorstand Werke, mit Blick auf die Verlagerung nach Enger.[page_break]Um das für 2013 geplante "Endziel" zu erreichen – ein positives Eigenkapital – sollen jetzt die Produkte im Sinne der Plattform-Strategie standardisiert werden (siehe Wellmann im Alno-Raster), die Standorte untereinander in einen "sportlichen Wettbewerb" treten und die Verwaltung an einem Ort zentralisiert werden. Wo diese sich dann befinden wird, ist noch unklar, aber es wird auf jeden Fall in Deutschland sein.
Für 2010 rechnet Jörg Deisel mit einer Stabilisierung des Umsatzes auf dem Niveau von 2009. Im ersten Quartal steigerte sich der Auftragseingang im Konzern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,4 Prozent (Inland +4%, Ausland +15,2%). Der Auftragsbestand lag zum 31. März bei 58 Mio. Euro, der Umsatz ging jedoch um 0,8 Mio. auf 114,7 Mio. Euro zurück. Die Ertragsqualität konnte dennoch weiter verbessert werden: Das Ebit erhöhte sich um 2,1 Mio. auf -0,7 Mio. Euro (+76% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).
"Wir können noch keine Entwarnung geben, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Und die Ende April getroffene Finanzierungsvereinbarung mit Banken und Gesellschaftern hat unsere Liquidität sichergestellt. Damit sind die Zeiten unsicherer Finanzen vorbei", so Jörg Deisel.