Weil am Rhein

Neues Architektur-Spektakel auf dem Vitra-Campus

Zwölf Häuser-Riegel locker übereinandergeschichtet – so sieht das neue Vitra-Haus aus. Die Baumeister: keine geringeren als die Schweizer Weltklasse-Architekten Herzog & de Meuron, langjährige Freunde von Vitra-Chef Rolf Fehlbaum. Der

Zwölf Häuser-Riegel locker übereinandergeschichtet – so sieht das neue Vitra-Haus aus. Die Baumeister: keine geringeren als die Schweizer Weltklasse-Architekten Herzog & de Meuron, langjährige Freunde von Vitra-Chef Rolf Fehlbaum. Der fügte mit dem jetzt eröffneten Haus seinem spektakulären Architektur-Ensemble, das seit Anfang der 80er Jahre auf dem Firmengelände entstanden ist, einen weiteren Wow-Bau hinzu. Neben den nicht weniger Aufsehen erregenden Häusern von Zaha Hadid, Frank Gehry und Tadao Ando haben Architektur- und Design-Fans mit dem Herzog & de Meuron-Bau jetzt eine weitere lohnende Anlaufstelle.
Ein Besuch sei jedem ans Herz gelegt. Denn wirkt der komplexe "Häuser-Stapel", in dem die Home-Collection von Vitra nun eine neue Heimstatt fand, von außen eher verschachtelt-kompliziert, ja, fast chaotisch, löst er sich im Innern in großartig dimensionierte, lichtdurchflutete Räume auf. Die überdies immer wieder mit faszinierenden Ausblicken aus den voll verglasten Stirnseiten der Hausriegel überraschen.[page_break]
Mit dem Lift gelangen Besucher in den 4. Stock, um von dort ihren Rundgang durchs Haus zu starten. Der erfordert allerdings Orientierungsvermögen, denn die labyrinthartige Bauweise des Hauses ist eine echte Herausforderung. Bereichert dafür aber mit perfekt durchkomponierten Interior-Inszenierungen, die in keinster Weise nach Ausstellungsräumen aussehen, sondern viel mehr durch ihren privaten, fast intimen Charakter Lust aufs Wohnen machen. Ob mit bewährten Charles Eames-, Nelson- oder Panton-Klassikern oder mit neuen Entwürfen von den Bouroullec-Brüdern und Hella Jongerius. Inspirationen zum Einrichten finden sich reichlich auf jeder der fünf Ebenen, die durch das organisch, wurmartig sich durchs Haus windende Treppenhaus verbunden sind. Und – wie praktisch: mit der am Empfang überreichten Chipkarte kann der Besucher sich via Bildschirm auch gleich ans Bestellen seiner Lieblingsmöbel machen.