Rabattschlacht

Schleuderpreise unter der Lupe

Nicht nur Sturmtief "Daisy", auch die Rabattschlacht im Möbelhandel hat Deutschland fest im Griff. Hape Kerkeling singt neuerdings Lieder davon. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelt heute "Sofas zum Schleuderpreis" und

Nicht nur Sturmtief "Daisy", auch die Rabattschlacht im Möbelhandel hat Deutschland fest im Griff. Hape Kerkeling singt neuerdings Lieder davon. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelt heute "Sofas zum Schleuderpreis" und nimmt den Winterschlussverkauf unter die Lupe. "Mit dem größten Preissturz aller Zeiten" wirbt momentan die Lutz-Gruppe. In ihren XXXLMannMobilia-Märkten gibt es bis zu 77 Prozent Rabatt. Porta gewährt auf bestimmte Marken bis zu 50 Prozent Nachlass und zum Start der "imm cologne" einen "Extra Messe-Rabatt" von zehn Prozent. Segmüller lockt mit 35 Prozent Abschlag und Höffner "schenkt" momentan die Mehrwertssteuer.
Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM) klagt gegenüber der FAZ über die "Mondpreis-Praxis" des Handels. Listenpreise würden künstlich hochgesetzt, um dann großzügig Rabatte gewähren zu können. Das verschrecke die Verbraucher, meint Klaas.
André Kunz Geschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels (BVDM) sieht dies anders: "In den Einkaufsverhandlungen werden mit den Herstellern bestimmte Kontingente und Sonderkonditionen vereinbart und die Preisvorteile an die Kunden weitergegeben." Diese divergierende Sicht der Dinge zwischen Handel und Industrie ist nicht neu. Fest steht aber, dass es den Kunden zunehmend schwerer fällt, die Preise von Möbeln zu vergleichen. Für viele Verbraucher entscheidet aufgrund der Variantenvielfalt und der undurchschaubaren Markenkennzeichnungen allein der Preis. VDM-Präsident Elmar Duffner beklagt das daraus resultierende Rabatt-Image von Möbeln. "Es gibt eine Riesenlücke in der Wahrnehmung von Möbeln und der von Autos oder Elektroartikeln. Ein phantasieloseres Marketing als über den Preis kann es gar nicht geben," erklärt er.
Nächste Woche bietet sich auf der "imm cologne" wieder einmal die Gelegenheit, das Image von Möbeln aufzupolieren. Ob die Impulse der Industrie allerdings über den Handel beim Konsumenten ankommen, wird sich zeigen.