Kettler

400 Arbeitsplätze in Gefahr – Produktion in Ense-Parsit vor der Schließung?

Im vierten Quartal 2015 will Kettler eine Einigung mit den Gläubigern realisieren. Aktuell erarbeitet das Unternehmen daher ein breites Restrukturierungspaket. Dass es dabei Einschnitte geben wird, war klar. Doch das

Im vierten Quartal 2015 will Kettler eine Einigung mit den Gläubigern realisieren. Aktuell erarbeitet das Unternehmen daher ein breites Restrukturierungspaket. Dass es dabei Einschnitte geben wird, war klar. Doch das Sanierungsgutachten, aus dem die Zeitung „WAZ“ jetzt Einzelheiten veröffentlicht hat, schockt die Belegschaft, so das Blatt. Demnach sollen 397 der 1.100 Mitarbeiter entlassen und die Produktion am Stammsitz in Ense-Parsit sowie der Standort Kamen geschlossen werden.

„Mit diesem Ausmaß beim Personalabbau habe ich nicht gerechnet“, zitiert die Zeitung den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Jürgen Borghardt. Er geht davon aus, dass das Gutachten „in großen Teilen zum Tragen“ kommt, betont aber, die Mitarbeiter würden versuchen, Einfluss auf die Entwicklung zu nehmen.

Wie plausibel die Zahlen und Vorschläge sind und ob damit tatsächlich ein Einspareffekt erzielt werden kann, sei noch nicht einzuschätzen, erklärte ein Gewerkschafter gegenüber dem „Soester Anzeiger“. Man bewege sich in den Gesprächen mit der Geschäftsleitung „noch nicht auf Augenhöhe“. Vor allem aber sei vieles Spekulation, es gebe „noch viele offene Fragen“.

Nachdem das Unternehmen am 1. Juni Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hatte, läuft das operative Geschäft uneingeschränkt weiter. „Alles ist auf einen Neustart und eine erfolgreiche Weiterführung ausgelegt“, erklärte Inhaberin Dr. Karin Kettler exklusiv gegenüber der „möbel kultur“.