Startseite > News > Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie: Dirk-Walter Frommholz bleibt Vorsitzender, Rolf Benz wird Ehrenvorsitzender
Der wiedergewählte VdDP-Vorsitzende Dirk-Walter Frommholz (r.) ernannte seinen aus dem Vorstand ausscheidenden Stellverteter Rolf Benz (l.) zum ersten Ehrenvorsitzenden.
14.11.2017 11:08 Uhr

Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie Dirk-Walter Frommholz bleibt Vorsitzender, Rolf Benz wird Ehrenvorsitzender

Die Verabschiedung des „Grandseigneurs“ der Polstermöbelbranche Rolf Benz aus dem Vereinsvorstand - er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt -  sowie die anstehenden Neuwahlen gehörten zu den Highlights der Mitgliederversammlung des Verbands der Deutschen Polstermöbelindustrie e.V. (VdDP), die am 8. November auf Einladung von Claus Anstoetz in den Geschäftsräumen von JAB Anstoetz stattfand. Zudem standen potenzielle Schadensersatzansprüche wegen der Produktionsfehler bei der BASF im Fokus.

Hauptgeschäftsführer Dr. Lucas Heumann analysierte die unbefriedigende Umsatzentwicklung in diesem Jahr. Ein Lichtblick sei jedoch, dass sich aus dem Verhältnis von Stückzahl und Umsatz eine verbesserte Wertschöpfungsquote eingestellt habe. Im Außenhandel erfreut sich die Polstermöbelindustrie eines zwar langsamen, aber stetigen Wachstums. Während sich Frankreich für die deutsche Industrie hervorragend entwickelt, bereitet besonders Benelux - zumindest nach den vorliegenden Zahlen bis einschließlich des 2. Quartals - derzeit etwas Sorgen.

Über die Hälfte der negativen Außenhandelsbilanz für Möbel „gesamt“ wird, so Dr. Heumann, vom Warenaustausch mit Polstermöbeln verursacht. Positiv ist hingegen zu werten, dass es der EuGH unter definierten Voraussetzungen Luxusmarkenherstellern - somit auch denen von Polstermöbeln gehobener Preisklassen - erlaubt, dem Onlinehandel Schranken bis hin zum Vertriebsverbot aufzuerlegen.

Der anschließende Geschäftsbericht behandelte Fragen zum Kartellrecht, zu den möglichen Konsequenzen der Fusion VME-Union und zum neuen Lehrberuf „Maschinen- und Anlagenfu?hrer Schwerpunkt Holztechnik“ sowie Aktuelles aus der Geschäftsstelle einschließlich neuer Rahmenabkommen. Bevor der Tagesordnungspunkt Neuwahlen aufgerufen wurde, skizzierte Uwe Deitersen (Koelnmesse) den Vorbereitungsstand zur kommenden imm cologne. Bei einem Auslandsanteil von ca. 70 Prozent werden etwa 1.200 Aussteller erwartet - mit Ausnahme der freibleibenden Halle 4.1 ist das Ausstellungsgelände ausgelastet.

Der VdDP-Vorsitzende Dirk-Walter Frommholz ehrte seinen ausscheidenden Stellvertreter Rolf Benz mit einer Urkunde für sein Lebenswerk. Seit 1988, so Frommholz in seiner Laudatio, ist der weit über die Branche hinaus bekannten Streiter für Wertigkeit und Design stellvertretender Verbandsvorsitzender. Bereits mit 26 Jahren wagte der Nagolder mit der Produktion von Möbelgestellen den Schritt in die Selbständigkeit und trat 1974 mit der Marke „Rolf Benz“ auf den Markt. Der Leitsatz der seit kurzem Achtzigjährigen lautete stets: „Die Qualität ist das Anständige". Einstimmig beriefen die Delegierten ihn ersten Ehrenvorsitzenden des Verbands.

Rolf Benz bedankte sich für diese Ehrung und unterstrich die Bedeutung der Möbelindustrie mit den Worten: „Das Kulturgut Möbel hat es verdient (…) neben den Gebrauchsbedürfnissen unserer Kunden auch der deutschen Handwerkskultur und dem Kulturschaffen unserer Vorväter gerecht zu werden.“ In diesem Sinn freue er sich, nicht mehr in vorderster verbandspolitischer Front, wohl aber in diesem neuen, einzigartigen Amt weiter für die Interessen der Branche eintreten zu können.

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Dirk-Walter Frommholz als Vorsitzender bestätigt. In den Vorstand gewählt wurden: Claus Anstoetz, Gerd Bissinger, Stefan Bornemann, Helge Gemsjäger, Dirk Gieselmann, Marc Greve, Jürgen Kleinegesse, Werner Knoche, Peter Koch, Heiko Langer, Leo Lübke, Eric Nolte und Paul Rom. Die Kassenprüfer Dr. Kerstin Hofmeister und Andreas Seufferle wurden in ihrem Amt bestätigt.

Die Sitzung schloss mit einem spannenden Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Bernhard König (Brandi Rechtsanwälte Partnerschaft mbB) aus Detmold. Hintergrund war die erst kürzlich aufgetretene Kalamität bei der TDI-Produktion der BASF in Ludwigshafen. Dr. König rückte die Risikobewertung der im Konfliktzeitraum produzierten Schaumstoffe in den Fokus - und welche Schadensersatzansprüche sich gegen den bzw. die Vorlieferanten daraus ergeben.

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