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Der Crash der Steinhoff-Aktie setzt sich gnadenlos fort
07.12.2017 15:00 Uhr

Steinhoff Die Talfahrt geht ungebremst weiter

Der Crash der Steinhoff-Aktie setzt sich gnadenlos fort: Nachdem die Aktie des zweitgrößten Möbelkonzerns Europas am Mittwoch bereits um gut 63 Prozent eingebrochen war, setzte sich der Kursrutsch auch am Donnerstag ungebremst fort. Die Papiere des Möbelhändlers, inzwischen ein Penny-Stock, stürzten am Donnerstag erneut drastisch ab und lagen zwischenzeitlich bei 0,70 Euro – der tiefste Kurs ihrer gut zweijährigen deutschen Börsengeschichte. Zum Vergleich: Vor fast genau einem Jahr war noch ein Höchstwert von 5,32 Euro erreicht worden. Wie das ”Manager Magazin” berichtet, fliehen die Investoren aktuell in Scharen aus der Aktie. Bereits am Vortag war das Steinhoff-Papier die meistgehandelte Aktie in Deutschland. Auch die Anleihe des Möbelhändlers brach laut des Berichts weiter ein.

Der deutsch-südafrikanische Einzelhandelsriese und Poco-Mutterkonzern Steinhoff gerät unterdessen immer tiefer in den Strudel mutmaßlicher Bilanzfälschungen. Der seit zwei Jahrzehnten amtierende Konzernchef Markus Jooste und Finanzvorstand Andries Benjamin La Grange waren am Dienstag und Mittwoch zurückgetreten. Der Aufsichtsrat räumte laut ”Manager Magazin” und ”Handelsblatt” zudem ein, dass "in Bezug auf Bilanzunregelmäßigkeiten neue Informationen ans Licht gekommen sind". Diese machten weitere Nachforschungen erforderlich. Die Bilanz werde verschoben und erst veröffentlicht, wenn dies möglich sei. Dabei gehe es auch um die Frage, ob die Zahlen für Vorjahre angepasst werden müssten. Eigentlich wollte die Gesellschaft die Zahlen für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr am Mittwochmorgen vorlegen.

In atemberaubendem Tempo hatte Markus Jooste Steinhoff groß gemacht. Wie es weitergeht ist aktuell ungewiss, vorübergehend wird Aufsichtsratschef Christo Wiese die Geschicke des Konzerns leiten. Der 76-Jährige hatte seine südafrikanische Textilkette Pepkor an Steinhoff verkauft und war 2014 zum größten Aktionär des Konzerns geworden. Am Mittwochabend vermeldete das Unternehmen laut ”Finanzen.net”, die eigene Liquidität aufbessern zu wollen. Geschehen solle dies auf zwei Wegen, zum einen über den Verkauf von Unternehmensteilen. Es gebe Interessensbekundungen von Dritten an einigen Unternehmensteilen, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, teilte Steinhoff mit. Damit soll 1 Milliarde Euro in die Kasse kommen.

Weiter heißt es bei ”Finanzen.net”, dass das Unternehmen eine zusätzliche Milliarde dadurch erhofft, dass sich die Tochter Steinhoff International Holdings selbst refinanzieren soll. Dank ihres hohen Barmittelzuflusses soll eine Refinanzierung zu besseren Konditionen gelingen als bei der Konzernmutter.

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