Finke und Krieger Sorgen für Wirbel in der Verbandslandschaft
Kurt Krieger und Wilfried Finke versetzen die Branche in Aufruhr, indem sie ein neues Schlüsselwort auf die Agenda setzen: strategische Partnerschaft. Heißt: Gemeinsamer Einkauf und professioneller Erfahrungsaustausch, der Höffner seit dem Austritt aus der Begros Ende 2001 etwas fehlte. Auf die Frage von moebelkultur.de, ob es nun zu Verschiebungen oder Erosionen in der Verbandslandschaft kommen könnte, antwortete Finke deutlich undeutlich mit: "Das könnte durchaus sein."
Der Finke-Austritt aus dem einst so verschworenen Bündnis der neun Begros-Mitglieder wirft die Frage auf, ob das herkömmliche Konzept eines Einkaufsverbandes noch tragfähig ist. Einkaufen können zwei starke Partner auch allein, Zentralregulierung gewähren ihnen die Banken ohnehin und das Marketing machen die Mitglieder der großen Einkaufsverbände schon lange in Eigenregie. Eine strategische Partnerschaft zwischen zwei - oder drei - Unternehmerpersönlichkeiten eröffnet neue Spielräume, die ein großes und zuweilen schwerfälliges Verbandsgefüge nicht bietet.
Sicher ist, dass viele Filialisten jetzt nachdenklich werden. Bin ich noch im richtigen Bündnis? Mit wem lässt sich mein Geschäftsmodell eventuell besser umsetzen? Und wer agiert zukunftsfähig am Markt?
Auch die Begros-Spitze wird sich Gedanken machen. Den Wegfall von Finke kann sie noch verkraften, denn noch machen sie 4,9 Mrd. Euro Außenumsatz zur unangefochtenen Nummer eins. Was aber, wenn auch Lutz die Verbandszugehörigkeit in Frage stellt? Insofern wird auch die Begros handeln. Um zu zeigen, dass der Oberhausener Verband nach wie vor stark und attraktiv ist. Vielleicht lässt Atlas mit sich reden. Und auch der VME ist mit seiner Werbegemeinschaft C (z.B. Rieger, Staude, Turflon) eine attraktive Braut, wenn die vielen Kleinen da nicht wären. Natürlich kann auch Union einiges in die Waagschale werfen.
Für Bewegung ist auch in punkto Eigenmarken gesorgt. Finke fiel bis dato durch eine besonders intensive Pflege der Verbands-Eigenmarke "Mondo" auf. Sein erster Küchenfachmarkt "K1" stellte sich mit "Avanti" und der "Collection S" in vorbildlicher Begros-Manier auf. Finke schätzt Eigenmarken und wird sein Know-how auch bei Höffner einbringen wollen. Das Label "Höf-fi" aus "Höffner" und "Finke" müsste ja nicht einmal kreiert werden.
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