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Die Wettbewerbszentrale geht gegen irreführende Werbung im Möbelhandel vor. (Symbolfoto)
21.12.2016 13:28 Uhr

Möbelhandel Wettbewerbszentrale klagt gegen miese Werbe-Tricks

Im deutschen Möbelhandel herrscht seit Jahren ein Verdrängungswettbewerb, der auch über die Werbung ausgetragen wird. Das hat jetzt die Wettbewerbszentrale auf den Plan gerufen. In einem dreimonatigen Überprüfungszeitraum im Sommer nahm sie die Werbeversprechen 20 Anbieter im stationären sowie Online-Handel unter die Lupe – mit niederschmetterndem Ergebnis: „Bei insgesamt 244 geprüften Werbemaßnahmen lagen 266 einzelne Rechtsverstöße verschiedenster Arte vor“, heißt es in der Pressemitteilung. 247 davon wurden allein im Printbereich registriert, die übrigen 19 in der Online-Werbung.

154 der festgestellten Verstöße fallen auf das Konto von neun der umsatzstärksten Top-Ten-Anbieter. Als Quelle hierfür zog die Wettbewerbszentrale das „Umsätze-Special 2016“ der „möbel kultur“ heran. 112 weitere Verstöße wurden bei neun mittelständischen Anbietern verzeichnet. Daran nicht beteiligt waren Ikea und Möbel Rogg in Balingen. Bei beiden Unternehmen gab es keine Beanstandungen.

Die Verstöße bei der Werbung zielten insbesondere auf den Preis ab (mehr als 45 %). So wurden beispielsweise falsche Gesamtpreise, ursprüngliche „Mondpreise“, versteckte Zusatzkosten bei Produktabbildungen oder falsche unverbindliche Preisempfehlungen angegeben.

In 85 Fällen wurden daneben Rabatte angekündigt, die laut dem Kleingedruckten dann aber in dieser Form nicht gewährt wurden. „Ein Möbelanbieter warb beispielsweise mit ,Elefantastische Geburtstagsangebote und 20% auf fast alles!’, wobei diese Werbeaussage nicht nur im Blickfang auf der ersten Seite, sondern auf allen Seiten des Prospekts geschrieben stand. In einer kleinen Fußnote war dann leider der Hinweis versteckt, dass gerade alle im Prospekt beworbenen Produkte sowie Produkte in ,allen weiteren Prospekten und Anzeigen, die auf www…. .de veröffentlicht sind’ von dem tollen Rabatt ausgenommen sind“, kritisieren die Wettbewerbshüter die aus ihrer Sicht klare Irreführung im Wettbewerb.

Das Ergebnis ihrer Untersuchung nahm die Selbstkontrollinstitution für fairen Wettbewerb jetzt zum Anlass, gleich mehrere Möbelanbieter wegen aktueller Werbeanpreisungen abzumahnen. Gegen das Dänische Bettenlager, Segmüller, Poco und Finke sind zudem Klagen in Vorbereitung, da man sich außergerichtlich nicht einigen konnte. „In anderen Fällen decken außergerichtlich abgegebene Unterlassungserklärungen nur einen Teil der geltend gemachten Ansprüche ab, sodass die Wettbewerbszentrale die Einreichung von Unterlassungsklagen gegen die betreffenden Anbieter prüfen wird“, heißt es weiter.

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