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15.03.2010 17:48 Uhr

Karstadt Kaufhauskette soll bis Ende April verkauft werden

Für die insolvente Warenhauskette Karstadt gibt es wieder Hoffnung. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) unter Berufung auf Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg berichtet, soll das Unternehmen bis Ende April an einen Investor verkauft werden. Derzeit würden mit mehreren "namhaften Interessenten "sehr konstruktive" Gespräche geführt. Um wen es sich dabei handelt, wurde allerdings nicht genannt.

Um die Zukunft von Karstadt zu sichern, wurde heute ein entsprechender Insolvenzplan beim Amtsgericht in Essen vorgelegt. Mitte April sollen die Karstadt-Gläubiger diesem dann zustimmen. Läuft alles nach Plan, könne noch in diesem Jahr mit einem Abschluss des Insolvenzverfahrens gerechnet werden. Ziel sei es, die Warenhauskette im Zuge des Verfahrens weitgehend schuldenfrei zu bekommen. "Damit schaffen wir die Voraussetzungen für eine leistungswirtschaftliche, nachhaltige Sanierung durch einen Investor, der an die Existenzberechtigung von zwei Warenhausketten im deutschen Markt glaubt und sich dieser unternehmerischen Herausforderung stellt", zitiert die dpa aus einer Erklärung des Insolvenzverwalters.

Vermieter, Beschäftigte, Logistik- und IT-Dienstleister sowie der Pensionssicherungsverein hatten zuvor bereits Sanierungsbeiträge zugesagt und den Insolvenzplan damit möglich gemacht. Den Angaben zufolge liegt die Summe bei einem "mittleren dreistelligen Millionenbetrag". Darüber hinaus sollen 13 der 120 Karstadt-Standorte geschlossen werden. [page_break]
Aber auch den Gläubigern der Warenhauskette drohen Einbußen. Ihre angemeldeten Forderungen belaufen sich auf 2,7 Mrd. Euro ? auf einen Großteil davon sollen sie aber verzichten. Laut dpa sieht der Insolvenzplan für sie nur eine fixe Quote von drei Prozent vor. Aber, so Görg: "Die Sanierungsbeiträge geben den Gläubigern vor allem die Aussicht, weiter für und bei Karstadt zu arbeiten."

Die Quote sei besser als die bei der Muttergesellschaft Arcandor und deren weiterer Tochter Quelle, die jeweils etwa ein Prozent betragen habe. Bei beiden Unternehmen hatten sich die Gläubiger gegen eine Fortführung entschieden.

Bei Karstadt sind aktuell rund 26.000 Menschen beschäftigt.

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