Time to say goodbye Günther Böhme geht in den Ruhestand
Das war ganz großer Bahnhof gestern abend in Bielefeld. Weit über 200 hochkarätige Gäste, die Crème aus Industrie, Verbänden und Handel der deutschen Möbelwirtschaft war angereist, um Günther Böhme in seiner Funktion als Hauptgeschäftsführer der VME die Referenz zu erweisen und ihn in den Ruhestand zu verabschieden. Mit Anspielung auf sein Erststudium in Theologie hatte man mit "Glückundseligkeit" eine ehemalige Kirche zum Veranstaltungsort gewählt.
Auf der Redeliste: Nachfolger Frank Stratmann, ZGV Präsident Wilfried Hollmann und VME-Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Staude. Er erinnerte an die 17 Jahre Geschäftsführertätigkeit von Günther Böhme, der sich "seinen Start im Jahr 1993 bei VME sicher so nicht vorgestellt hatte. Denn gleich zu Beginn seiner Tätigkeit hatte er die Hess-/Lederle-Insolvenz, die damals Verluste in Millionenhöhe bescherte, zu bewältigen. Was er mit Bravour meisterte!" Allerdings kostete ihn dies einige Schweißperlen, als er die Industrie zum Abfedern ins Boot holen wollte, wie Himolla-Chef Karl Sommermeyer in seiner Rede sehr plastisch machte.
Helmut Staude skizzierte in einer breit gefächerten Chronik, wie Günther Böhme über viele Jahre die Mitgliedsunternehmen auf ihrem Kurs in Richtung Wachstum, Flächenerweiterung oder Spezialisierung begleitete. Das Aufgabenspektrum des Verbandes wurde unter seiner Ägide deutlich größer, ob eigene Musterungen, Schulungen, Erfa-Arbeit oder Kommunikation. Er legte den Grundstein für eine moderne Ausrichtung der VME mit Flächenkonzept-Angeboten, Dachmarke, Online-Shop und Exklusiv-Kollektionen.[page_break]Nobilia-Geschäftsführer Dr. Günther Scheipermeier erinnerte gern an gemeinsame Diskussionen zur preußischen Geschichte. Günther Böhme selbst stellte in einer sehr persönlichen Rede einen beachtlichen Wertekanon im Rückblick auf seine Geschäftsführertätigkeit in den Vordergrund, und betonte die menschlichen Aspekte auf allen beruflichen Ebenen. "Nicht jeder, der gut wirtschaftet, ist ein Gentleman", pointierte er, "und umgekehrt". Oder: "Jeder, der sich für unsterblich hält, sollte sich klar machen, das das mit dem Tode endet."
"Der Alte Fritz hat von seinen Offizieren auch Fortune verlangt" - ja, auch er habe in seiner Laufbahn Glück gehabt. Zum Schluss viel Applaus und Standing Ovations für eine außergewöhnliche Geschäftsführerpersönlichkeit. Mit Gattin Anke und der "Herrin seiner Zeit", Christel Bunte, stellte sich Günther Böhme dann den Fotografen zum Gruppenbild.
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