Startseite > News > HDH / VDM: "Ein bitterer und schmerzlicher Umsatzrückgang im ersten Halbjahr"
Elmar Duffner konnte auf der Wirtschaftspressekonferenz der Spitzenverbände der Deutschen Holz- und Möbelindustrie wenig positive Botschaften überbringen.
31.08.2009 16:09 Uhr

HDH / VDM "Ein bitterer und schmerzlicher Umsatzrückgang im ersten Halbjahr"

Die Lage ist ernst: Das ist das Fazit der heutigen Jahres-Wirtschaftspressekonferenz der Spitzenverbände der Deutschen Holz- und Möbelindustrie in Köln. VDM-Präsident Elmar Duffner (Foto) vermeldete im ersten Halbjahr einen "bitteren und schmerzlichen Umsatzrückgang" um happige 16,1 Prozent.
Mit 7,6 Mrd. Euro lag die Möbelindustrie umsatztechnisch bis Ende Juni um 13,8 Prozent oder 1,2 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert, wobei sich das Auslandsgeschäft (-16,9 Prozent) noch schlechter entwickelte als das Inland (-12,6 Prozent). Trotz des drastischen Rückgangs reduzierte sich die Zahl der Beschäftigten noch relativ moderat um -2,6 Prozent. Auch von einem Firmensterben in der Möbelindustrie könne keine Rede sein, da die Zahl der Betriebe um nominell lediglich 5 (0,9 Prozent) zurückging.
Die Spitzenverbände zeigen sich unsicher, ob die Talsohle schon erreicht sei. Zwar legte die deutsche Wirtschaft nach einem "beispiellosen Einbruch" im ersten Quartal (-3,5 Prozent) zwischen Ende April und Juni wider Erwarten um 0,3 Prozent zu. Doch dieser Hoffnungsschimmer könnte auf das Konto von Neuwagen gehen, die die Konsumenten mithilfe der Abwrackprämie finanzierten. In aller Deutlichkeit erklärte Duffner deshalb: "Solch eine hoheitliche Interventionspolitik hat natürlich auch eine Kehrseite. Da die Privathaushalte weiterhin eine hohe Sparquote pflegen, können sie jeden Euro naturgemäß nur einmal ausgeben. Die Ausgaben für Autos fehlen für andere langlebige Konsumgüter wie beispielsweise Möbel." Und weiter: "Um es klar zu sagen: Wir fordern keine Subventionen für uns Möbler - aber die Gleichbehandlung aller Branchen." [page_break] An die wahlkämpfende Politik-Elite richtete er folglich den Appell, eine wie auch immer geartete Abwrackprämie nicht zu verlängern und stattdessen etwas gegen die "kalte Progression" der Einkommenssteuer zu unternehmen. Zudem solle die Politik schnelle Abhilfe in Bezug auf die Schwierigkeiten im Bereich der Warenkreditversicherungen schaffen. Im Ausland würden ganze Märkte von den privaten Anbietern nicht mehr versichert und im Inland stiegen die Prämien drastisch. Hier seien geeignete Konzepte und Maßnahmen der verantwortlichen Politiker gefragt.
Die Prognose für das Jahr 2009: Für die gesamte Holz- und Möbelindustrie rechnen HDH und VDM mit einem Umsatz-Minus zwischen 12 und 13 Prozent. "Bei der Möbelindustrie setzen wir auf einige positive Impulse aus dem Ausland und auf ein im Vergleich zum ersten Halbjahr stabiles Inlandsgeschäft. Damit dürfte sich der Umsatzrückgang des gesamten Jahres auf etwa minus 10 Prozent belaufen", meint Duffner.

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