Startseite > News > Bundeskartellamt: Bußgelder gegen Möbelhersteller verhängt
"Hersteller dürfen Händlern keine Preisvorgaben machen, sondern nur unverbindliche Preisempfehlungen geben", erläuterte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes.
13.01.2017 10:22 Uhr

Bundeskartellamt Bußgelder gegen Möbelhersteller verhängt

Wegen einer verbotenen Preisbindung von Händlern hat das Bundeskartellamt Bußgelder gegen fünf Möbelhersteller verhängt. Wie die Behörde mitteilte, müssen Aeris, die Hülsta-Werke, Kettler, Rolf Benz und Zebra Nord sowie vier verantwortliche Manager insgesamt 4,43 Mio. Euro zahlen. „Hersteller dürfen Händlern keine Preisvorgaben machen, sondern nur unverbindliche Preisempfehlungen geben. Denn wenn sie den Wettbewerb zwischen den Händlern einschränken, ist der Kunde der Leidtragende“, erläuterte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. „Das Bundeskartellamt hat in letzter Zeit bereits in zahlreichen Verfahren Bußgelder wegen verbraucherschädlicher Preispraktiken verhängt, etwa im Lebensmitteleinzelhandel, bei Matratzen und Navigationsgeräten. Auch im vorliegenden Fall ist wieder ein für den Verbraucher sehr bedeutsamer Produktbereich betroffen. Die betroffenen Markenhersteller decken das gesamte Angebotsspektrum von Kastenmöbeln über Polstermöbel und Bürostühle bis hin zu Garten- und Freizeitmöbeln ab.“

Das Verfahren wurde nach entsprechenden Beschwerden der Händler eingeleitet. Bereits im Juni 2014 und Juli 2015 wurden Durchsuchungen bei den Herstellern eingeleitet. Diese hatten die Ladenpreise dadurch beeinflusst, dass sie „unzulässigen Druck auf preisgünstigere Händler ausgeübt, insbesondere indem sie Liefersperren angedroht und teilweise auch durchgesetzt haben“, so die Behörde.

Alle betroffenen Unternehmen haben mit dem Bundeskartellamt kooperiert. Dadurch konnten alle Verfahren einvernehmlich abgeschlossen werden.

 

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