VdDK Über 14 Prozent Minus im Inland - aber "gefühlte Konjunktur" viel besser
Beruft man sich auf die jüngsten Umsatzzahlen, die der VdDK über die deutsche Küchenmöbelindustrie herausgibt, müsste sich die Branche "sehr warm" anziehen. Denn auch im Juni soll es eine rasante Abwärtsfahrt gegeben haben. Alle sechs Monate des Jahres zusammen ergeben demnach folgendes Bild: 10,37 Prozent Minus im Ausland und 14,63 Prozent Minus im Inland. Macht unter dem Strich: Minus 13,1 Prozent Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum, bei einem Umsatzvolumen von 1,8 Mrd. Euro.
Allerdings werden die Zweifel an der Stimmigkeit der Zahlen, denen die Daten des Statistischen Bundesamts zugrunde liegen, immer lauter. Auch VdDK-Geschäftsführer Dr. Lucas Heumann sieht nach Rückfrage von "möbel kultur online" die Entwicklung der Branche - auf Basis der verbandsinternen Statistik über die Auftragseingänge - in einem anderen Licht: "Nach unseren Auswertungen liegt das Ausland sogar noch schlechter, aber der Umsatz im Inland deutlich stabiler." [page_break]
So sei die Auftragslage im Ausland in diesem Jahr (bis Juli/August) stark rückläufig, was sich insbesondere durch die Märkte in Spanien, Großbritannien, Osteuropa und USA begründet. Nicht ganz so drastisch, aber wegen des hohen Volumens umso nachhaltiger verlief die Negativentwicklung in den Niederlanden. Doch hierzulande habe es allenfalls ein Minus von 3-4 Prozent gegeben. Wobei die Menge weitgehend stabil blieb und der Umsatz eher durch Preisrückgänge im verschärften Wettbwerb ins Rutschen kam.
Motiviert durch die unterschiedliche Betroffenheit im Export zeigt die Küchenindustrie Divergenzen wie nie zuvor. "Es gibt Unternehmen mit minus 20 bis plus 20 Prozent", umschreibt Heumann die aktuellen Extreme der Firmenkonjunkturen. Deshalb werde man im Verband über entsprechende Konsequenzen hinsichtlich künftiger Bilanzveröffentlichungen beraten.
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