GPK-Bundesverband Beklagt ausgeprägten Beratungsklau
Die GPK-Branche entwickelte sich im vergangenen Jahr ambivalent. Zunehmende Preisspreizungen zwischen den unterschiedlichen Vertriebsformen, innovative Produkte wie Espressomaschinen und Grillgeräte wachsen zweistellig während traditionelle an Bedeutung verlieren. Per Saldo behauptete sich die Branche und spürte die Wirtschaftskrise nur wenig, fasste Thomas Grothkopp, Geschäftsführer des GPK-Bundesverbandes für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur, die Entwicklung während einer Pressekonferenz auf der zurzeit stattfindenden Ambiente in Frankfurt zusammen. Das Fachgeschäftspanel des Verbandes weise mit plus 1,5 Prozent ein gutes Weihnachtsgeschäft auf. Noch erfreulicher verliefen die Monate April, Juni und Juli 2009 mit durchschnittlich drei Prozent Plus. Insgesamt lagen damit die Umsatzmeldungen der Fachgeschäfte um 1,2 Prozent unter dem Vorjahr. Allerdings habe es auch Rückgänge von fünf Prozent gegeben. Mengenmäßig sei die Zahl der verkauften Teller, Tassen & Co. relativ konstant geblieben. Vor dem Hintergrund, dass die Konsumenten im Jahr 2009 insgesamt zwei Prozent weniger ausgegeben haben, liege die Branche mit ihren Sortimenten Hausrat, Tisch- und Küchenausstattung sowie Geschenkartikel im Trend. Aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage sei allerdings das Geschäft mit den gewerblichen Endkunden überproportional eingebrochen.[page_break]
Starke Wachstumsträger im Fachhandel sind Espressomaschinen, die 2009 um 14 Prozent beim Umsatz zulegten. Ähnlich positiv entwickelte sich seit 2008 der Markt für Grillgeräte. Pfannen und Töpfe bilden laut GPK-Verband ein stabiles Segment, das immer wieder starke Impulse durch Verkaufsaktionen erhält. Wohingegen der Markt für Produkte des gedeckten Tischs in unterschiedliche Richtungen tendiert. Das Massengeschäft werde vom SB-Handel, von Möbelhäusern und Prämienaktionen abgedeckt. Fachhandel und gut geführte Fachabteilungen der Waren- und Einrichtungshäuser konzentrieren sich auf das mittlere und gehobene Segment, deren Margen eine attraktive Präsentation, eine angemessene Sortimentsbreite und Beratung ermöglichen. Dies gelte allerdings nicht für alle Regionen und darin sieht Gerald Funk, Präsident des GPK-Bundesverbandes, einen entscheidenden Knackpunkt: "Im Umkreis von Werksverkäufen der Hersteller sowie von Factory Outlet Centern sind die empfohlenen Verkaufspreise der Hersteller oft nur Makulatur." Berücksichtige man die FOCs im grenznahen Ausland, habe jeder zweite Deutsche in 100 km Entfernung wenigstens ein Outlet. Die Konsequenz: "Mit dem Direktverkauf in Hersteller-Outlets und im Internet wie auch mit permanenten Prämienaktionen im Lebensmittel- und SB-Handel nehmen Markenhersteller in Kauf, dass ihre Basis an flächendeckenden Fachgeschäften schwindet."
Thomas Grothkopp bemängelt außerdem: " Die Folge ist ein ausgeprägter Beratungsklau, sich im Fachgeschäft beraten zu lassen, die Produkte ansehen, dann im Internet mit Rabatt kaufen - das ist heute weit verbreitete Praxis. So wird dem Fachhandel das wirtschaftliche Fundament entzogen." Um aus dieser Falle herauszukommen setzt der Fachhandel auf Werbung, Themen und Events, die Kunden individuell und sehr persönlich ansprechen.
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