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Wie geht weiter nach der AFP-Übernahme? Jetzt will CEO Max Müller die Strukturen im Konzern erneut auf den Prüfstand stellen.
02.09.2014 14:15 Uhr

Alno Max Müller legt den nächsten Gang ein

Wie schon Ende Juli angekündigt, konnte die Alno-Gruppe ihren Umsatz aufgrund der AFG-Übernahme im ersten Halbjahr 2014 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2013 erhöhen. In der am Freitag veröffentlichten Halbjahresbilanz werden nun 266,7 Mio. Euro Umsatz angegeben (1. Hj. 2013: 196,5 Mio. Euro), was über 35 Prozent mehr, bereinigt aber nur ein Plus von unter einem Prozent ergibt. Auch die Ergebnissteigerung geht im Wesentlichen auf die Übernahme der AFP (früher AFG) sowie der damit verbundenen vorläufigen Kaufpreisallokation zurück. Das EBITDA verbesserte sich auf 38,2 Mio. Euro (2013: 4,8 Mio. Euro), das EBIT betrug 27,3 Mio. Euro. Der derzeit hohe Auftragsbestand im Wert von rund 100 Mio. Euro steht zugleich für eine weitere positive Entwicklung im dritten Quartal. "Wir haben Fortschritte im Vertrieb erzielt. Nach dem stagnierenden Absatz zum Jahresende 2013 konnten wir uns im Jahresverlauf 2014 deutlich steigern und haben beim Absatz eine Trendwende vollzogen. Insbesondere im Ausland, wo die Alno Gruppe mehr als die Hälfte ihrer Umsätze erzielt, legte der Absatz zu", bilanziert CEO Max Müller. Gleichwohl räumt er ein: "Aber mit dem Gesamtergebnis sind wir nicht zufrieden. Es braucht noch sehr viel Anstrengung, bis wir am Ziel sind. Wir werden uns deswegen mit Nachdruck um eine bessere Struktur und eine höhere Effizienz in allen Bereichen kümmern."

Erst in einem kürzlich erschienenen Artikel in der "Wirtschaftswoche" hatte der Alno-Chef (68) seinen Einstieg in den Konzern angesichts der schleppenden Gesamtentwicklung mit den Worten kommentiert: "Ich habe einen Fehler gemacht". Inzwischen ist der 67-Jährige selbst mit 5,4 Prozent an den Aktien beteiligt. So soll die AFP nun den Weg aus der langjährigen Krise ebnen - von der "Wirtschaftswoche" als die "letzte Chance" bezeichnet. In diesem Zuge will er nun alles auf den Prüfstand stellen. Unterstützung gibt es durch Lothar Hiese in der neugeschaffenen Position des "Director Restructuring". Hiese, geschäftsführender Gesellschafter von Management Support Partners (MSP), verfügt über langjährige Industrie- und Restrukturierungserfahrungen im In- und Ausland, war u. a. für Jil Sander sowie in früheren Jahren für Continental tätig.

Nach der finanziellen und vertrieblichen Stabilisierung habe Alno nicht zuletzt durch die Übernahme der AFP eine Größe erreicht, die jetzt den dritten Schritt ermöglicht: die strukturelle Neuaufstellung der Alno-Gruppe. "Wir werden in allen Bereichen unsere Prozesse, Strukturen, Produkte und Produktionen optimieren. Dabei gibt es erst einmal keine Tabus. Alles kommt auf den Prüfstand", betont CEO Max Müller. Dazu wurden eine Reihe von Maßnahmen und Ideen entwickelt, die nun in den kommenden Monaten umgesetzt werden. In der Halbjahresbilanz ist dabei nicht nur von der Verlagerung der Piatti-Produktion aus Dietlikon nach Pfullendorf im zweiten Halbjahr 2014 die Rede, sondern von weiteren Kostenverbesserungen in den Unternehmensprozessen, vor allem in den Bereichen Distribution und Logistik. Wachstumschancen werden vor allem aus dem Export und neue Absatzkanäle wie Tielsa und Alno-Inox erwartet. Im Zuge der Neuaufstellung werde der Konzern seine Strategien zudem nicht mehr nach Firmeneinheiten, sondern Vertriebswegen steuern. Umsatzrelevant wird dabei zunehmend der Direktverkauf an den Endverbraucher, da dieser unabhängiger vom Verbandsgeschäft mache. Dieser kam im ersten Halbjahr 2014 auf 13,8 Mio. Euro Umsatz, gegenüber 194 Mio. Euro im freien Handel und 72 Mio. Euro im Objektgeschäft. Überdies wurden mit Bauknecht und der Comco neue Stillhaltevereinbarungen für noch ausstehende Forderungen getroffen, was die Liquidität verbessert.

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