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Nachrichten aus der Möbelbranche

Rabattschlacht: Schleuderpreise unter der Lupe

11.01.2010, 11:44 Uhr
Nicht nur Sturmtief „Daisy“, auch die Rabattschlacht im Möbelhandel hat Deutschland fest im Griff. Hape Kerkeling singt neuerdings Lieder davon. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelt heute „Sofas zum Schleuderpreis“ und nimmt den Winterschlussverkauf unter die Lupe. „Mit dem größten Preissturz aller Zeiten“ wirbt momentan die Lutz-Gruppe. In ihren XXXLMannMobilia-Märkten gibt es bis zu 77 Prozent Rabatt. Porta gewährt auf bestimmte Marken bis zu 50 Prozent Nachlass und zum Start der „imm cologne“ einen „Extra Messe-Rabatt“ von zehn Prozent. Segmüller lockt mit 35 Prozent Abschlag und Höffner „schenkt“ momentan die Mehrwertssteuer.
Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM) klagt gegenüber der FAZ über die „Mondpreis-Praxis“ des Handels. Listenpreise würden künstlich hochgesetzt, um dann großzügig Rabatte gewähren zu können. Das verschrecke die Verbraucher, meint Klaas.
André Kunz Geschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels (BVDM) sieht dies anders: „In den Einkaufsverhandlungen werden mit den Herstellern bestimmte Kontingente und Sonderkonditionen vereinbart und die Preisvorteile an die Kunden weitergegeben.“ Diese divergierende Sicht der Dinge zwischen Handel und Industrie ist nicht neu. Fest steht aber, dass es den Kunden zunehmend schwerer fällt, die Preise von Möbeln zu vergleichen. Für viele Verbraucher entscheidet aufgrund der Variantenvielfalt und der undurchschaubaren Markenkennzeichnungen allein der Preis. VDM-Präsident Elmar Duffner beklagt das daraus resultierende Rabatt-Image von Möbeln. „Es gibt eine Riesenlücke in der Wahrnehmung von Möbeln und der von Autos oder Elektroartikeln. Ein phantasieloseres Marketing als über den Preis kann es gar nicht geben,“ erklärt er.
Nächste Woche bietet sich auf der „imm cologne“ wieder einmal die Gelegenheit, das Image von Möbeln aufzupolieren. Ob die Impulse der Industrie allerdings über den Handel beim Konsumenten ankommen, wird sich zeigen.
 
 

Kommentare zu dieser Meldung

(12.01.2010, 00:20)
Möbel Kraft setzt auf eine solide Preispolitik! Preise werden normal verhandelt....wie früher auch schon! Das ist gut so und beim verständlichen Erklären (am Kunden) kommt das auch immer gut an! Die meisten Kunden sind selbst schon hinter die Mondpreisschlacht gestiegen! Mal sehen wer am Ende als Gewinner vom Platz geht!
bambi (12.01.2010, 10:13)
Rabatte sind die größte Ver...sche der Kunden. Aber er will es so. Als weiter !
Bielefelder Möbler (12.01.2010, 12:49)
Wer glaubt das Kraft zu Heiligen gehört,hat meiner Ansicht schwere Wahrnehmungsprobleme. Die Kalkulation ist vorher schon höher.
eiN-Verkaeufer (12.01.2010, 12:51)
Fast jeder unserer Kunden hat nur noch die Rabatte im Fokus und nicht mehr die Möbel. Wir haben uns in der Branche selbst in diese Position gebracht und es wird schwer genug werden diesem Trend ein Ende zu setzten. Das kippen des Rabattgesetztes und die beendigung der Schlussverkäufe haben dieses mitausgelöst. Ich lasse mich überraschen wie sich die Rabattschlacht weiterentwickelt. Als Verkäufer hat man ja nicht viel Einfluss auf dieses Thema.
Bernd Kretschmer (12.01.2010, 16:05)
Wir können diese Art von "Preisgestaltung" soviel beklagen wie wir wollen - dürfen aber nicht vergessen das wir es auch als Möbler leider selbst waren die den Wegfall der Preis- und Zugabeverordnung aktiv selbst gefordert haben und durch massive Lobbyarbeit das dann auch erreicht haben - ähnlich wie bei der Lockerung der Ladenöffnungszeiten. Wir haben uns damit damit keinen Gefallen getan - es wird nicht mehr Umsatz geschweigedenn Gewinn erzielt...wie auch bei Preisen die häufig genug "jenseits von Gut und Böse" liegen und völlig aberwitzige Kosten durch die verlängerten Öffnungszeiten und verkaufsoffenen Sonntage. Es wird aber sicher auch keine Änderung mehr geben - diese Unsitte Kunden mit pseudo Rabatten doch zum Kauf zu bewegen, die Umgestaltung von kleinen Teilausstellungen als "sensationelle Neueröffnung nach Umbau" zu feiern oder jede Gelegenheit zu nutzen einen riesen "TamTam" zu machen nur um Kunden in unsere Häuser zu ziehen.Dem Kunden ehrliche Preise zu offerieren haben einige Möbler versucht und sind damit leider gescheitert. Auch wird der Handel sicher weiterhin versuchen Möglichkeiten zu "erfinden" unsere Läden zu "Kartoffel-, Stadtteil oder sonstigen Festen" zu öffnen. Leider scheint der "Zug" abgefahren zu sein hier eine Rückkehr zu Ehrlichkeit und wirtschaftlicher Vernunft zu erreichen. Die Endwicklung der letzten Jahre hilft weder dem Verbraucher, noch unseren Unternehmen oder unseren Mitarbeitern. Bernd Kretschmer, B.Kretschmer-@gmx.net
Ein Möbler (12.01.2010, 22:34)
Da haben Sie LEIDER Recht Herr Kretschmer! Wäre nur hinzuzufügen, daß wohl auch die Hersteller immer mehr unter dem Druck der Rabattschlacht leiden und teilweise in die Knie gezwungen werden.
H. R. (14.01.2010, 11:32)
Wen Möbelhäuser 20-40 Prozent Rabatt geben können müßen sie sich bei Kunden die vor solchen Rabattaktionen kaufen ja dumm und dämlich verdienen.
Ernst Prechtl (15.01.2010, 09:21)
Rabatt Rabatt das lass dir dagen, wird vorher immer doppelt draufgeschlagen. Das ist eine uralte kaufmannsweissheit - sie funktioniert anscheinend immer noch bei Naivlingen. Die Konsequenz aus den Rabattschlachten sind vermehrt leere Möbelgiganten - denn der clevere Käufer setzt auf Qualität und Nachhaltigkeit, er will wissen wo das Zeug herkommt - der Rabatt geht ihm am Arsch vorbei. Die Investitionen in Promis als Werbeikonen sond somit hinausgeschmissenens Geld - das wäre besser in den verramschten Möbeln investiert. Was nutzt mir als Verbraucher ein vermeintliches Schnäppchen, wenn ich den Ramsch nach 2-3 Jahren verschrotten muss weil einem die Kiste unterm Hintern zusammenbricht - so die Denke der Leute. Dennoch lassen sie sich immer weniger dazu verleiten, vollkommen überteuerte Möbel anzuschaffen oder gar für selbsternannte Designer-Gurus viel Kohle für das lausige Laben hinzublättern. Inzwischen läßt sich ja nahezu jeder Modefritze dazu verleiten, seinen guten namen für billigsten Schrott gegen ordentlich bakschisch zur Verfügung zu stellen. Der Kunde dankt es mit Kaufzurückhaltung.
mh (18.01.2010, 12:58)
Hallo Herr Prechtl, ich hoffe wirklich das es so ist wie sie es darstellen, bzw. das der Kunde diese Ansicht irgendwann von selbst gewinnt. Ich habe manchmal den Eindruck, daß unsere Gesellschaft immer mehr verblödet und diesen Schwachsinn von 77 % Rabatt plus geschenkter MWST auch noch glaubt. Nichts für ungut aber ich hoffe Sie behalten Recht und alles wird irgendwann mal wieder gut
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