Eigentlich sollte man meinen, dass es heute keinen Bereich mehr gibt, der nicht irgendwann einmal der modernen Design-Maschinerie unterworfen worden ist. Doch weit gefehlt. Die Phoenix Academy, die immer wieder durch unabhängige „Think Tanks“ von sich Reden macht, entstaubte jetzt Wettkampfgeräte aus Turnvater Jahns Zeiten (siehe S. 6). Carbon und Aluminium bilden die Basis für dynamisches Equipment, das endlich dem Topniveau der Sportler gerecht wird. Denn im Mittelpunkt der konzeptionellen Studie standen die Turner. Wie muss es sich anfühlen, an diesen veralteten Geräten Höchstleistungen zu bringen? fragte sich das Phoenix-Team. Wie langweilig muss es außerdem sein, über Leibesübungen die immer gleichen konservativen Berichte zu lesen? Das fand auch der ConPart Verlag in Marne, der seit 2009 die neue Zeitschrift „Turn“ herausgibt. Und sahnte für die gestalterische Innovation direkt den Red Dot Award in der Kategorie Communication Design ab. Beide Projekte begeistern sicherlich nicht nur mich als ehemalige Geräteturnerin, sondern zeigen, dass vor allem aus Mut Bestseller gemacht werden.
Auch der Möbelbranche würde manchmal etwas mehr Courage guttun.
Rita Breer