Die Lage des Fachhandels laut BWB
GPK-Fachhandel ging gestäkt ins zweite Halbjahr 2009
Umsatzrückgang im ersten Halbjahr
Die Erfa-Monatsauswertung weist für Januar bis Mai 2008 einen geringfügigen Umsatzrückgang von 2,8 Prozent im teilnehmenden Fachhandel aus. Unternehmen, die Hausrat und Küchenausstattung führen, schnitten mit nur minus 2 Prozent etwas besser ab. Der Durchschnittspreis je Kunde konnte gegen diesen Trend um 2,6 Prozent gesteigert werden. Alle Produkte des Bereichs Küche hatten positive Zahlen, alle Produkte des gedeckten Tischs lagen unter dem Vorjahresumsatz.
Das zweite Halbjahr
Gleichwohl erwarten insbesondere die Lieferanten schwierige Zeiten: Nach dem Wegfall der Hertie-Häuser muss damit gerechnet werden, dass auch zahlreiche Karstadt-Standorte in Zukunft für die Branche ausfallen werden. Die schwindende Attraktivität von Stadtzentren, die nicht sehr üppigen Deckungsbeiträge im Living-Fachhandel, die Tatsache, dass an die Stelle von Komplettservicen arbeitsintensive Nachbestellungen treten und es die klassischen Hochzeitstische nur eher selten gibt, gefährdet zunehmend eine flächendeckende Fachgeschäftspräsenz. Zwar versuchen sich vermehrt Hersteller mit eigenen Shop-Systemen, doch wirklich innovativ und animativ sind sie meist nicht. Mit ihrer Zukunftsausrichtung konnte die Branchentagung Hilfestellungen bieten, garantierte Lösungen für diese Probleme wurden auch auf dem Podium Industrie/Handel nicht genannt.
Faktoren
Wie die Branche sich im zweiten Halbjahr entwickelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie bedroht ist die Zielgruppe des GPK-Fachhandels? Wie entwickelt sich die Anbieterstruktur? Wie geht es mit Rosenthal weiter? Wie konsolidiert sich die Warenhaus-Branche? Kehren Hersteller, die heute aus Hilflosigkeit in alle möglichen Vertriebskanäle liefern, zu einer Fachhandelspolitik zurück? Gibt es – gerade auch auf der Messe „Tendence“ – genügend attraktive Neuheiten für das Weihnachts- und Frühjahrsgeschäft? Ist die Finanzierung für das Weihnachtsgeschäft möglich oder sind die Banken weiterhin zögerlich, der Branche die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen?
Lösungsansätze
„Das Interesse an hochwertigen Konsumgütern ist in Deutschland höher als in fast allen anderen europäischen Staaten. „Den Markt gestalten muss die Branche jedoch selbst“, lautet das Credo des scheidenden Präsidenten des GPK-Bundesverbandes, Carl Reckers. Darüber gibt es intensive Gespräche zwischen Vertretern der beiden Wirtschaftsstufen, die sich mit der Branchenwahrnehmung aus Sicht der Endkunden und der Prozessoptimierung befassen. Dazu gehört auch eine Lösung, wie der Fachhandel Produktionsüberhänge zahlreicher Lieferanten besser vermarkten kann, als es bislang der Fall ist. „Auf Dauer kann es nicht gut gehen, wenn zu hohen Rabatten attraktive Ware in Online-Shopping-Clubs, Werksverkäufen und FOCs verschleudert werden, was nichts anderes bewirkt, als über den Preisverfall den Fachgeschäften die Kalkulationsgrundlage zu entziehen“, nimmt Thomas Grothkopp, Geschäftsführer des Bundesverbandes kritisch zu dieser Entwicklung Stellung und fordert von den Lieferanten mehr vertriebliche Nachhaltigkeit.
Bundesverband für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur e.V.
03.07.2009