36 Mal junges Design auf der Ambiente
Loft: Design inspiriert von handwerklicher Tradition und der Faszination des Alltäglichen
Die internationale Designkarriere kann beginnen! 36 Jung-Designer, Hochschulabsolventen und Studierende aus 13 Ländern haben zur Ambiente 2010 (12. bis 16. Februar) die Chance, die erste Stufe ihrer Karriereleiter zu erklimmen. Das kuratierte Förderprogramm wurde 2002 von der Messe Frankfurt ins Leben gerufen und bietet kostenlose Ausstellungsfläche und unbezahlbare Kontakte in die globale Designszene. 18 „Talents“ stellen im Bereich Loft in der Halle 11.0 ihre Entwürfe, Prototypen und Kleinserien vor – Interior Design steht hier im Mittelpunkt. Neu dabei sind 18 „Talents“ mit den Schwerpunkten Tischkultur und Genuss im Bereich „Table Contemporary Design“ in der Halle 4.0.
Traditionelles neu interpretiert
Die von traditionellen Techniken inspirierten Werke der „Talents“ werden mit dem Schlagwort Retro-Design nur unzureichend beschrieben. Es geht nicht um die Wiederaufnahme bestimmter Techniken, sondern vielmehr um deren zeitgemäße Weiterentwicklung. Als Neu-Interpretation des jahrhundertealten Stucks setzt sich das „Stukkolief“ (Foto) von Stephan Gervers aus Frankfurt am Main in Szene und ist damit mehr als nur dekoratives Beiwerk. Die modular einsetzbare Rauminstallation kann als künstliche oder natürliche Lichtquelle dienen. Entweder wird der Leuchtkörper in das „Stukolief“ integriert oder das Stuckelement nutzt seine Formen gezielt für das natürliche Licht und Schattenspiel.
Christian Hirsch und Juliane Böttcher aus München verbinden die typisch verspielten Elemente der traditionellen Bauernmöbel mit klaren, einfachen und zeitlosen Formen. Die Möbelkollektion „Steckling“ bietet unterschiedliche Lehnen- und Hockermodelle an, die nach Lust und Laune miteinander kombiniert werden können. Inspiriert von der klassischen Bauernmalerei werden Blumen und Figuren im Siebdruckverfahren auf die Stuhllehnen gedruckt.
Vom Alltag inspiriert
Design muss nicht abgehoben, sondern kann durchaus bodenständig sein – die „Talents“ der Ambiente lassen sich vom Alltag inspirieren und schaffen dadurch Funktionales, das auch durch Ästhetik und das gewisse Etwas überzeugt. Im Mittelpunkt stehen Gegenstände, die auf persönliche Gewohnheiten zugeschnitten sind. Nicht nur die Anwendung theoretischen Wissens, sondern Erfahrungen, persönliche Vorlieben und Alltagserlebnisse werden umgesetzt. Mit den Marotten ihrer Besitzer spielen die von Samuel Treindl aus Münster konzipierten Alltagsgegenstände. Die Stehlampe „Leuchtick“ (Foto) beispielsweise ist dank ihres einklappbaren Fußes, des drehbaren Schirms und des ultralangen Kabels das ideale Möbelstück für Rastlose – als „Leuchte to go“ lässt es sich problemlos im gesamten Wohnbereich installieren. Der Teppich „Chaotick“ entsorgt Papier auf kreative Art und Weise: Mit einem Handgriff wird der Teppich dank eines durchdachten Reißverschlusssystems zum Papierkorb.
Sitzen und stehen auf Augenhöhe: Die „A-Serie“ von der US-amerikanischen Designerin Hsin Chun Wang macht’s möglich. Die zeitgemäße und stylische Variante der klassischen Bierzeltgarnitur fördert die Kommunikation, indem Sitzende und Stehende sich auf gleicher Höhe befinden. Die beiden Elemente können gemeinsam oder separat und in den unterschiedlichsten Anordnungen verwendet werden.
Essen und Trinken für eine neue Generation
Die Zeiten als die Küche als das Stiefkind der Wohnung galt, sind längst vorbei - die Küche steht als Lebensraum mehr und mehr im Mittelpunkt, was auch die „Talents“ inspiriert. Burkhard Schäller hat eine mobile grundrissunabhängige Küche kreiert, die er jedoch mehr als Werkstatt denn als Designobjekt betrachtet und sie auf ihre ursprüngliche Funktionen reduziert: Kochen, Zubereiten, Spülen. Die benötigten Küchenwerkzeuge haben ihren festen Platz, definiert durch Drahtbiegeteile.
Auch Materialien, die traditionell der Küche und dem Bereich Essen und Trinken zugeordnet wurden, finden neue Einsatzgebiete: Joana Opalska aus Polen schafft Leuchten und Regale aus Keramik. Die Designerin balanciert dabei auf der Trennlinie zwischen Kunst und Funktionalität – das Ergebnis sind spannende Objekte, die Widersprüche in Optik und Haptik erzeugen und zu einem zweiten Blick einladen.